Als wäre Sprechen eine unzumutbare Anstrengung: Über Debra Graniks Leave No Trace

Debra Granik vertraut Bildern mehr als Worten. Laut der imdb-Trivia – und gibt es eine verlässlichere Quelle? Ähem… – hat Granik, gemeinsam mit Hauptdarsteller Ben Foster, 40% des Dialogs aus ihrem ursprünglichen, gemeinsam mit Anne Rosellini verfassten Drehbuch zu Leave No Trace entfernt. Angeblich, damit der Film „weniger Exposition“ habe, und um ihn „realistischer“ zu machen. Wie in Graniks letztem Film Winter’s Bone, der vor 9 Jahren oscarnominiert war und Jennifer Lawrence zum Star machte, wird in Leave No Trace viel geschwiegen, und wenn doch gesprochen wird dann oft in kurzen Sätzen, in diesem nuschlig-müden Ton, den Teenager haben, wenn man sie beim Lesen ihrer Bücher1Ich weigere mich, Smartphones die Schuld für die schon immer da gewesene Bitchiness des Durchschnittsteenagers zu geben. stört, als wäre der Akt des Sprechens eine fast unzumutbare Anstrengung. Ob das „realistischer“ ist, darüber kann man streiten, stimmig ist es jedenfalls, geht es hier doch um zwei Figuren, die einander ohne Worte verstehen, oder die das glauben und deswegen so manches, was anzusprechen wichtig wäre, ungesagt lassen. Doch ein Bisschen wird es dem Film auch zum Verhängnis: Graniks Streben, Bilder lauter sprechen zu lassen als Worte, ihr Unwille, zu erklären und zu definieren, lässt Raum für Assoziationen, aber, in seiner Vagheit, auch für zynische interpretatorische Rundumschläge.

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Interessant uninteressant: Wie Spotlight das Klischee des “schwierigen Genies” ablehnt

Hier ein kleiner Essay über, ja, Spotlight. Ich weiß, dass es ein Bisschen seltsam ist, jetzt ein Video über diesen Film zu machen, aber, was soll ich sagen, ich hatte nach dem Tod von William Goldman nochmal All the President’s Men gesehen, das führte mich zu Spotlight, und dann hatte ich ein paar Gespräche über den Film, die mir gezeigt haben, dass ich den Film deutlich positiver in Erinnerung hab als viele andere, und ich wollte erkunden, warum.

Inhaltlich ist das Video eine Art spirituelles Sequel zu meinem Brooklyn Nine-Nine-Essay, und außerdem eine Art Anleitung, wie man Filme richtig guckt. Oder so.

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Eine Art unperformter Menschlichkeit (ein Essay über britische Panelshows?)

hier ein etwas albernes Video über die britische Panel-/Gameshow Only Connect. Ist nichts dolles, ist auch nicht so ganz schlüssig, glaub ich, aber ich hatte Lust darauf, es zu machen, und ich hab mir vorgenommen, dieses Jahr wieder mehr Bonus–Inhalte für euch zu produzieren, also dürft ihr jetzt an einer meiner seltsameren Obsessionen teilhaben.

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Real Heroes Have Day Jobs: Moonlighter & die Abenteuer des Freelancer-Lebens

Moonlighter ist eine weitere Sternstunde spielerischer Langeweile. Technisch gesehen eine Mischung aus Dungeon-Crawler und Lebens- und Wirtschaftssimulation, geht es in Wahrheit um die Herausforderungen des Lebens als Freelancer: Moonlighter ist eine clevere Satire darüber, was es kostet, kreativ zu sein – finanziell und emotional.

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Halloween (2018) ist zynisch und menschenfeindlich

Nachdem ich David Gordon Greens konfus betitelten Halloween gesehen habe – ein direktes Sequel zum ersten Teil, das alles danach, inklusive den noch von Carpenter verfassten Teil 2 ignoriert -, verstehe ich nicht nur besser denn je, warum diese Reihe, mit ihren mittlerweile, was, vier Timelines, ein solcher Clusterfuck ist; ich glaube auch, und das sage ich nicht ohne Zähneknirschen, dass viele von uns Rob Zombie eine Entschuldigung schulden.

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Bei Folge 6 musste ich weinen: Forever, & warum die besten Folgen von Binge-Serien oft Standalone sind

Serien wie Forever, Bojack Horseman oder Westworld sind Fortsetzungsgeschichten, in denen die erzählerische Einheit der “Episode” oft irrelevant scheint. Nur manchmal gibt es diese eine Folge: Standalone- oder Stuntepisoden, die in sich geschlossene, von der größeren Handlung mehr oder weniger unabhängige Geschichten erzählen, und in denen manchmal Rand- oder One-Off-Figuren zu Protagonisten werden. Warum solche Folgen sowohl ein direktes, erfreuliches Nebenprodukt des Binge-Fernsehens sind, als auch ein Hinweis auf seine künstlerischen Schwächen. 

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Succession & die Angst, Namen zu nennen

Succession ist eine gute Serie, die vielleicht nicht existieren sollte. Es überrascht mich immer wieder aufs Neue, wie gut der seltsame Mix aus formalen Ideen funktioniert, auch, wenn die Serie eine gewisse designed by committee-Note nie ganz loswird; aber ich komme auch nicht um das Gefühl herum, dass das bemerkenswerteste an der Serie ist, welche Geschichte sie nicht erzählt.

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