Filme, die ich dieses Jahr mochte

Es war ein seltsames Filmjahr für mich. Ich habe so wenig gesehen wie das letzte Mal, als ich noch nicht in einer richtigen Stadt gewohnt habe, was es nicht leichter gemacht hat, aus dem ohnehin schwachen Filmjahr eine vernünftige Auswahl für diese Liste zu treffen. Unter anderem fehlen mir Moana und Finding Dorie, beides Filme, die mit hoher Sicherheit in meiner Top-Liste gelandet wären. Naja. Ein Bisschen was gab es doch, aber ich musste manchmal ein Bisschen schummeln:

Don’t Think Twice

Dieser Film ist in Deutschland noch nicht erschienen, aber da ich nicht glaube, dass er hier irgendwann offiziell erscheinen wird, nehme ich in dieses Jahr mit auf die Liste. Don’t Think Twice ist nach dem ebenfalls großartigen Sleepwalk With Me der zweite Feature-Film von Komiker Mike Birbiglia. Es ist eine dieser Geschichten, die gleichzeitig extrem spezifisch – voller Insider für die Improv-Comedy-Crowd – und universell ist. Es geht darum, was es kostet, seine Träume zu verwirklichen, und der Film ist so ehrlich, dass es wehtut. Keegan-Michael Key ist hier vielleicht in seiner letzten „kleinen“ Rolle zu sehen, bevor er unvermeidlich ein Blockbuster-Star wird, und Gillian Jacobs’ vollbringt ein weiteres kleines Wunder einer Performance.

Wiener Dog

Das kommt wohl raus, wenn Todd Solondz seine Version eines „Feelgood-Films“ macht.

Sleeping With Other People

Der 2015er Film von Bachelorette-Regisseurin Leslye Headland erschien dieses Jahr heimlich als Direct-to-DVD-Release in Deutschland. Es ist eine der besten Romantischen Komödien dieses Jahrzehnts und wie Bachelorette soll die witzig-versaute Fassade von einer klaffenden Wunde ablenken. Mit Alison Brie und Jason Sudeikis, die beide zu 70% aus Charme bestehen, als mehr-oder-weniger rehabilitierte Sexsüchtige.

Spotlight

Ein deprimierender Film, sowohl wegen dem Kindesmissbrauchs-Thema als auch, weil es diese Art von Journalismus heute wohl nicht mehr gibt. Größtenteils ist der Film glücklicherweise subtiler, als der Mark-Ruffalo-Oscar-Clip es damals nahelegte.

The Big Short

Ich war dagegen, dass Adam McKay jetzt ernsthafte Filme macht, aber sein fiebrig-wütender Rant gegen die Verantwortlichen der Finanzkrise hat jede einzelne Auszeichnung verdient.

Popstar: Never Stop Never Stopping

Spinal Tap für die Justin-Bieber-Crowd, und das meine ich auf die bestmögliche Art.

Keanu

Key & Peeles Film enthält einen der besten Witze der Filmgeschichte. Den mit Anna Faris. Sonst auch super.

Star Trek: Beyond

Der erste Star-Trek-Film der neuen Star-Trek-Filme.

The VVitch

The VVitch will seinen Kuchen haben und essen: Er kombiniert beide Popkultur-Archetypen von Hexen, die hässliche Kinderschänderin und die feministische Flucht-Fantasie. Und irgendwie funktioniert das.

Arrival

Arrival hat sehr offensichtliche Probleme, aber wenn er gut ist, ist er großartig. Ich wünschte, er würde sich mehr Zeit für Amy Adams’ Annäherungsphase mit den Aliens nehmen.

Green Room

Ich hatte diesen Film nicht auf der Rechnung, aber Green Room ist ein nahezu perfekter kleiner Standoff-Thriller mit einem fantastischen Cast. Und endlich verstehe ich das Konzept „Imogen Poots“.

Man Vs. Snake

Der inoffizielle Nachfolger zu meiner Lieblingsdoku The King of Kong, und fast genauso gut.

Black Mirror – San Junipero

Fand ich irgendwie bei Film passender als bei TV. Ich hab mit Black Mirror ein Bisschen abgeschlossen, aber diese Folge ist ein Meisterwerk und vielleicht der beste Sci-Fi-Film des Jahres.


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