Empathie & Dickitude: Michael Chabons Pops – Fatherhood in Pieces

Empathie & Dickitude: Michael Chabons Pops – Fatherhood in Pieces

Ich versuche ja generell, mich aktiv für unterschiedliche Lebenserfahrungen zu interessieren, andere Perspektiven als meine kennenzulernen; ich glaube, das ist essentiell, um ein gutes, empathisches Leben zu führen, und die vielleicht wichtigste Aufgabe von Literatur – von Kunst jeder Art – ist, uns unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven auszusetzen, sie, ja, erfahrbar zu machen. Und ich glaube, ich bin in den letzten Jahren besser darin geworden, mich für Geschichten zu öffnen, die jetzt nicht direkt etwas mit meiner eigenen zu tun haben, und tendenziell ist mein Leben dadurch besser, und mein Spaß an Kunst größer geworden.

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Umgekehrt, wenn Menschen von der Erfahrung mit ihren Eltern erzählen, ist mein Interesse dagegen geradezu garantiert, und vielleicht liegt auch da mein Problem: Vielleicht bin ich noch so nah dran an der Perspektive des Sohnes, dass ich mich der der Eltern noch nicht öffnen kann, zumal ich, in meiner persönlichen Geschichte, diese beiden Perspektiven als oft nicht miteinander vereinbar kennengelernt habe.

Aber ich muss zugeben: Wenn es um Elternschaft geht, bekomme ich noch immer erstmal reflexhaft glasige Augen und in meinem Kopf läuft diese eine Szene mit den tanzenden Kühen aus den Simpsons.

Egal, ob jemand in meinem realen Leben von seinen Kindern erzählt, oder ein Autor, auch einer, den ich schätze, über seine Kinder schreibt, normalerweise verliere ich schnell das Interesse. Das Gefühl, was ich dann habe, ist ähnlich wie das, was ich habe, was wohl viele von uns haben, wenn jemand uns erzählt, was er letzte Nacht geträumt hat: Was ihm wichtig und besonders erscheint, erscheint uns banal, zusammenhanglos. Vielleicht ist dieses Thema irgendwie gleichzeitig zu weit entfernt von meiner eigenen Lebenserfahrung und zu nah dran (Eltern hab ich auch, und auch, wenn ich noch nie Elternteil war und es auch so schnell nicht werde, kann ich mir schon ungefähr vorstellen, wie es das eigene Leben verändert) und existiert so in einem seltsamen Limbo, weder interessant durch seine Andersartigkeit, seine Eröffnung einer wirklich neuen Perspektive, noch dadurch, dass ich mich damit groß identifizieren könnte. Dies ist natürlich mein Fehler und nicht der derjenigen, die versuchen, diese Erfahrung mit m…

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